Medienmitteilung zur Petition

Medienmitteilung

Petition zur Rettung des linken Bielerseeufers

Aktuell läuft gegen das Ostportal des Autotunnels, der das Winzerdorf Twann vom Durchgangsverkehr befreien soll, ein Einspracheverfahren. Das Komitee «N5 Bielersee – so nicht!» stellt das Projekt aus den 1970er Jahren grundsätzlich infrage. Mit einer Petition fordert es eine Gesamtplanung der A5/N5 in der Region Biel-Seeland sowie sofortige Massnahmen zur Lärmbekämpfung.

Die Situation am Nordufer des Bielersees ist seit vielen Jahren unhaltbar: Ab 05:00 Uhr in der Früh donnern Lastwagen durch die Dörfer. Die schweizweit einzige «Autobahn», auf der auch Velos und Traktoren verkehren, ist für Anwohner und Verkehrsteilnehmende eine Zumutung. Abhilfe soll die Verlängerung des Ligerztunnels bis zum Weiler Wingreis bringen. Es wird mit einer Bauzeit von 11 Jahren und mit Gesamtkosten von mindestens 230 Mio Franken gerechnet. Mit dem Bauprojekt würde allerdings nur der Dorfkern von Twann entlastet, die Bevölkerung an der restlichen Strecke, von Wingreis, Tüscherz-Alfermée, Vingelz bis Biel bleibt dem Lärm und den Abgasen auch nach der Fertigstellung ausgesetzt. Dem Installationsplatz für den Tunnelbau beim Ostportal sollen zudem mehrere Tausend Quadratmeter wertvolles Rebland sowie Häuser zum Opfer fallen. Gegen dieses Ausführungsprojekt haben verschiedene Anwohnerinnen und Anwohner Einsprache erhoben.

Für eine regionale Lösung

Die bisherigen Antworten der Behörden zeigen jedoch, dass das UVEK nach wie vor am generellen Projekt von 1991 festhält und zu keinen Zugeständnissen bereit ist. Dies, obwohl sich aktuell abzeichnet, dass das ebenfalls auf einer längst überholten Planung basierende Ausführungsprojekt für den A5-Westast in Biel wohl nie gebaut wird. Damit bietet sich die vielleicht letzte Chance für eine ganzheitliche Verkehrsplanung, welche sowohl die verkehrsgeplagten Dörfer und Weiler am linken Bielerseeufer erlöst wie auch eine zukunftsfähige Lösung für die gesamte Region ermöglicht.

Um den Forderungen einer breiten Bevölkerungsschicht Nachdruck zu verleihen, hat das Komitee “N5 Bielersee – so nicht!” deshalb eine Petition an den Bundesrat und das UVEK lanciert, die endlich eine zeitgemässe Gesamtplanung der A5/N5 am linken Bielerseeufer verlangt.* Namentlich soll das Ausführungsprojekt des Twanntunnels vorläufig sistiert werden. Stattdessen ist der Bau eines Langtunnels zwischen La Neuveville und Biel zu prüfen. Das neue Projekt soll mit der Westast-Frage koordiniert werden und ist zwingend als Teil einer regionalen Gesamtplanung zu betrachten. Damit verleiht die Petition einer Forderung der Gemeinde Twann-Tüscherz Nachdruck, welche bereits Ende 2019 die umgehende Projektierung eines Langtunnels zwischen La Neuveville und Biel fordert. (Die Medien berichteten).

Transitverbot für den Schwerverkehr und generell Tempo 60 km/h

Da eine Tunnelvariante jedoch frühestens 2035 in Betrieb gehen könnte, braucht es dringend kurzfristige Massnahmen gegen die Verkehrsbelastung am linken Bielerseeufer, insbesondere zur Bekämpfung von Lärm und Luftverschmutzung in dieser fragilen Landschaft, die notabene im Bundesinventar der schützenswerten Landschaften von nationaler Bedeutung figuriert. Deshalb fordert das Komitee mit der Petition auch ein Transitverbot für den Schwerverkehr zwischen der Seevorstadt Biel und La Neuveville, sowie durchgehend Tempo 60 km/h zwischen Biel und dem Ligerztunnel. Diese kurzfristig umsetzbaren Massnahmen würden auch den Stadtraum Biel entlasten, weil so die Route über die N5 entlang des linken Bielerseeufers und quer durch Biel für den Transitverkehr an Attraktivität verliert. Für den Automobilverkehr bringt die Vereinheitlichung der Geschwindigkeitslimite zudem einen ruhigeren Verkehrsfluss und verbesserte Sicherheit. Die Fahrzeit zwischen La Neuveville und Biel würde sich dadurch maximal um vernachlässigbare 43 Sekunden verlängern.

Die Petitionärinnen und Petitionäre verlangen deshalb: Zeitgemässe Gesamtplanung jetzt, statt jahrzehntelanges Flickwerk! Unsere Region hat genug gelitten! 

*Am 4. September um 14 Uhr übergeben die PetitionärInnen 850 Unterschriften, welche in nur 11 Tagen gesammelt wurden. Bilder und weitere Infos zum Anlass werden am Freitag, 4. September ab 16 Uhr an die Medien verschickt.

Für weitere Auskünfte / Interviews:

Boris Fistarol, Präsident Komitee «N5 Bielersee – so nicht!»

Sandra Gurtner-Oesch, Vice-Präsidentin Komitee «N5 Bielersee – so nicht!»

Mail: n5bielerseesonicht@gmail.com

Medienmitteilung als PDF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.