Was wollen wir erreichen?

Lenken statt ausbauen

Die Liste der Bausünden am linken Bielerseeufer ist lang. Und reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Anno 1826 wehrten sich die Gemeinden gegen den Bau einer Strasse entlang dem Nordufer, weil dem Bauvorhaben wertvolles Rebland hätte geopfert werden müssen. Damals hatte der Berner Regierungsrat noch ein offenes Ohr für die Betroffenen, und entschied 1829 gegen den Bau einer «Bielerseestrasse».

Doch schon zwei Jahre später griff der Stadtrat von Biel die Idee einer Strassenverbindung zwischen Biel und Neuenstadt wieder auf. Und konnte diesmal Twann und Ligerz sogar für eine Mitfinanzierung des Projekts gewinnen. 1834 gab der Grosse Rat in Bern grünes Licht für die «Bielerseestrasse» – seit da nimmt die Fehlentwicklung ihren Lauf…

Schon bald zeigte sich, dass die ursprünglichen Befürchtungen mehr als berechtigt waren: Dem Bau der neuen Strasse wurde – oft gegen den Willen der Grundeigentümer – viel wertvolles Land geopfert. In den Rebdörfern musste im Durchschnitt jeder dritte Haushalt eine Parzelle abtreten. Zahlreiche Gebäude wurden – oft gegen den Willen der Grundbesitzer – abgebrochen. So zum Beispiel das Wildermethgut in Tüscherz oder das Josua-Wyttenbachhaus in Schafis.

Der nächste einschneidende Eingriff erfolgte mit dem Bau der Eisenbahnlinie Biel-Neuenburg. Ihr wurde in den 1850er Jahren unter anderem das stattliche Rebhaus Convalet des Klosters St. Urban geopfert.

Der grösste, wirklich zerstörerische Einbruch ins einst idyllische Landschaftsbild am Nordufer des Bielersees erfolgte allerdings in den 1960er und 1970er Jahren. Für den Ausbau der einstigen Kantons- zur Nationalstrasse sowie der SBB-Doppelspur wurden zahlreiche Beton-Kunstbauden und Viadukte erstellt, die das Ufer zwischen Biel und La Neuveville verunstalten. Das gesamte Unterdorf von Tüscherz-Alfermée wurde abgebrochen und in Wingreis opferte man das weit über die Region hinaus bekannte und beliebte legendäre Strandhotel. Besonders schlimm traf es auch das malerische Neuenstadt, wo der Autobahnviadukt das Stadtbild und den Zugang zum See verschandelt.

Mit Flickwerk hat man seither versucht, den Schaden zu begrenzen: Die Ligerzer erkämpften sich schon bald einen Strassentunnel, der zwar das Dorf vom Verkehr entlastet, aber neue unheilbare Narben in der Landschaft hinterlässt. Das Gleiche war im Rahmen des Westasts für Vingelz geplant, auch dort hätte das Tunnelportal mit viel Beton im labilen Fels verankert werden müssen…

Auch für den geplanten Ausbau des Ligerzertunnels bis nach Twann müssten weitere Rebhänge und gar Liegenschaften geopfert werden. Der denkmalgeschützte Weiler Wingreis würde noch stärker von der Autobahn bedrängt, als dies jetzt schon der Fall ist.

Dabei wissen wir heute: Der stetige Ausbau von Strasseninfrastruktur führt zu Mehrverkehr, was wiederum den Ruf nach weiteren «Entlastungstunneln» und Umfahrungsstrassen befeuert. Ein Teufelskreis, aus dem wir uns befreien müssen!

Gerade am linken Bielerseeufer wird augenfällig, dass es so nicht weitergehen kann: Jedem Dorf sein Tunnel ist blosse Symptombekämpfung, mit der keine Probleme gelöst werden. Verkehrsexperten sind heute längst viel weiter: Sie fordern Lengkungsmassnahmen anstelle von Beton. Nur so gelingt eine zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung.

Salamitaktik und Tunnelblick

Nach jahrelangem Kampf gelang es in Biel und Nidau, den Westast – das aus der Zeit gefallene Projekt einer Autobahn mit zwei Anschlüssen mitten in der Stadt – zu bodigen. Ein grosser Erfolg für die Städte Biel und Nidau – und darüber hinaus!

Eine gute Nachricht eigentlich auch für das Nordufer des Bielersees: Der Ausbau der N5 zur Transitachse durchs Stadtgebiet hätte zur Folge gehabt, dass noch mehr Verkehr über die Jurasüdfuss-Route gelenkt worden wäre.

Da dies nun nicht der Fall ist, bieten sich neue Chancen. Etwa mit einem Transitverbot für den Schwerverkehr zwischen der Ausfahrt im Bözingenmoos und La Neuveville, sowie mit einem durchgehenden Tempolimit von 60 km/h. Dies wäre ein Meilenstein in Richtung zeitgemässer Verkehrslenkung, der eine sofortigen Verbesserung der Lebensqualität und einer Entlastung der Umwelt am Bielersee-Nordufer ermöglichen würdef.

Bund und Kanton wollen davon jedoch nichts wissen und sperren sich (vorläufig) dagegen. Wiederholt haben Vertreter des Astra und sogar Bundesrätin Simonetta Sommaruga behauptet, die Westast-Planung in Biel und der geplante Twanntunnel hätten nichts miteinander zu tun.

Fakt ist aber: Wird der Ligerztunnel bis vor Wingreis verlängert und zum «Twanntunnel» ausgebaut, wird die N5 am Bielersee für den Transitverkehr noch attraktiver. Dies nicht zuletzt, weil das Astra nach Fertigstellung des Tunnels auf der ganzen Strecke Tempo 80 durchsetzen will.

Der durch den Twanntunnel zu erwartende Mehrverkehr wiederum hätte zur Folge, dass die Verkehrsbelastung auch in Biel und Nidau zunimmt. Was in der Logik der Strassenbauer nichts anderes heisst, als dass wieder neue Strassen und Tunnel geplant werden müssen, um den zusätzlichen Verkehr zu «bewältigen»…  

Inakzeptable Vertreibung und Zerstörung

Der geplante Bau des Tunnel-Ostportals in unmittelbarer Nähe des denkmalgeschützten Weilers Wingreis belastet eine ganze Region. Die geplante Verlängerung des Ligerztunnels dient den Interessen des Transitverkehrs und einigen Wenigen im Dorfzentrum von Twann. Die Leidtragenden sind Liegenschaften mit ihren BewohnerInnen, Rebberge und Natur, die dem Bau weichen müssen.

Am schlimmsten trifft es Annemarie und Ronald Wüthrich aus Wingreis: Laut den Plänen der Strassenbauer von Bund und Kanton soll ihr Daheim dem Baustellen-Installationsplatz geopfert werden. Vorgesehen ist, dass anstelle des Hauses am Eingang zum Weiler Wingreis ein Parkplatz für die Bauarbeiter errichtet werden soll.

Ein Schock für den pensionierten Polizeibeamten und seine Frau, die als Tagesmutter Kinder aus dem Dorf betreut. Von der bevorstehenden Vertreibung haben sie erstmals anlässlich der Planauflage vor zwei Jahren erfahren. Eine Hiobsbotschaft, deren Wirkung nicht nachlässt: Das Damoklesschwert der drohenden Enteignung und Entwurzelung trübt seither ihren Alltag.

Wüthrichs haben das Haus mit Baujahr 1949 vor gut zwölf Jahren gekauft. Gleich nach ihrem Einzug mussten sie das Dach erneuern, seither haben sie die gesamte Liegenschaft gemeinsam mit ihren Söhnen Schritt für Schritt saniert. Das taten sie nicht nur mit viel Engagement und Herzblut – sie haben auch einiges an Geld in ihr Daheim gesteckt.

Eigentlich wollten sie als nächstes die Wände isolieren, sagt Ronald Wüthrich. Doch dieses Projekt ist jetzt gestoppt: Die Liegenschaft steht unter Enteignungsbann, da empfiehlt es sich nicht, weiter zu investieren.

Ronald und Annemarie Wüthrich wollen sich aber nicht einfach vertreiben lassen. Zu viel verbindet sie mit ihrem Haus und Garten, zuviel mit der Gemeinde Twann, wo sie schon so lange leben. Der dumme Spruch eines Beamten, der sagte, sie sollten die erzwungene Vertreibung als Chance für einen Neuanfang verstehen, zeugt dabei von blankem Zynismus.

In ihrem Kampf für die Rettung des Hauses stehen Wüthrichs nicht allein. Sogar die Gemeinde Twann-Tüscherz plädierte im Rahmen des Einspracheverfahrens für einen Verzicht auf die Zerstörung von Wüthrichs Haus. Davon wollte das Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK jedoch nichts wissen – genauso wie die Einsprache der Wüthrichs wurde auch jene der Gemeinde mit fadenscheinigen Begründungen abgewiesen.

Ronald und Annemarie Wüthrich ziehen diesen Entscheid nun, wie eine Handvoll weiterer Einsprechender aus Wingreis und Twann, ans Bundesverwaltungsgericht weiter. Dies im Gegensatz zum Gemeinderat von Twann-Tüscherz, der entschieden hat, auf eine Anfechtung der UVEK-Plangenehmigung beim Bundesverwaltungsgericht zu verzichten.

Schade – aber der Kampf geht trotzdem weiter.  

Was wollen wir erreichen?

  • Keine offene Nationalstrasse entlang des Bielersees.
  • Erhalt unserer einzigartigen Reblandschaft, welche für viele Familien eine Existenzgrundlage darstellt.
  • Schutz unserer Ortsbilder und unserer Lebensqualität.
  • Keine schrittweise Aufklassierung der jetzigen Nationalstrasse.
  • Keine jahrzehntelangen Bauprojekte, die ganze Generationen in ihrem Alltag einschränken.
  • Zeitgerechte und ehrliche Information durch die zuständigen Behörden und Mitsprache aller Betroffenen.

Kurz: Wir wollen die Korrektur der 60-jährigen Fehlplanung!

N5 Bielersee - so nicht!

Aktuelles

Gemeindeinitiative

Komitee lanciert Gemeinde-Initiative
Der Verein «N5 Bielersee – so nicht!» hat an seiner Mitgliederversammlung vom 10. Juni
einstimmig beschlossen, den Gemeinderat von Twann-Tüscherz in die Pflicht zu nehmen: Mit einer Gemeinde-Initiative sollen die Behörden dazu verpflichtet werden, sich für eine regionale
Gesamtplanung sowie eine sofortige Verbesserung der Verkehrssituation am linken Bielerseeufer einzusetzen.
Bis jetzt hat sich der Gemeinderat von Twann-Tüscherz stets für den Bau des geplanten
Twanntunnels eingesetzt. Dies, obschon nur wenige in der Gemeinde davon profitieren würden. Die überwiegende Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Twann-Tüscherz würde auch nach Vollendung des Tunnels weiterhin stark unter Strassenlärm und Emissionen leiden. Im Sommer 2019 wurden deshalb beim UVEK 75 Einsprachen gegen das Tunnelprojekt eingereicht. Einige davon dürften gute Chancen haben, zumindest teilweise gutgeheissen zu werden, wie an der Mitgliederversammlung des Vereins «N5 Bielersee – so nicht!» zu vernehmen war. Aktuell warten die Betroffenen auf den Entscheid des UVEK, den sie falls nötig bis ans Bundesgericht weiterziehen wollen. «Wir kämpfen weiter für eine nachhaltige Lösung und für die Rettung unserer einmaligen Rebenlandschaft», stellte Boris Fistarol, der bisherige Präsident des Komitees, in Aussicht.


Einmalige Chance
Nebst dem juristischen Weg setzt das Komitee dabei insbesondere auch auf die Politik. Mit dem Scheitern des Westasts in Biel biete sich eine historisch einmalige Chance, führte Christian Brügger, der neue Komitee-Präsdent aus: «Die N5 am Bielersee und der Twanntunnel stehen in engem Zusammenhang mit der Situation in Biel. Wir fordern von der Gemeinde deshalb, dass sie sich für eine Gesamtplanung einsetzt.» Insbesondere dürfe Twann-Tüscherz bei der neuen Organisation «Espace Biel/Bienne.Nidau», welche die Verkehrszukunft im Westen Biels plant, künftig nicht mehr abseits stehen, wie dies momentan der Fall ist. Um die Forderung nach einer raschen Verbesserung der Situation auf dem gesamten Gemeindegebiet von Twann-Tüscherz zu bekräftigen, lanciert das Komitee eine Gemeinde-Initiative. Diese verlangt von den Behörden, dass sie sich für eine «regionale
Gesamtplanung statt Flickwerk einsetzt», für ein Tempolimit von 60 km/h zwischen Biel und Ligerz sowie für ein Transitverbot für den Schwerverkehr zwischen Biel und La Neuveville. Eine Forderung notabene, die auch in die Empfehlungen des Westast-Dialogs aufgenommen wurde.

Zur Medienmitteilung

Zur Gemeindeinitiative

Unser Kommentar zur Antwort Sommaruga:

Auf unser Nachhaken hin, hat das Komitee pünktlich zum Jahresende doch noch eine Stellungnahme von Bundesrätin Sommaruga erhalten (siehe Anhang). Indes, der Inhalt des Schreibens ist erneut eine Enttäuschung: Die Magistratin geht mit keinem Wort auf die Anliegen unserer Petition ein. Wie bereits im Vorfeld der Amtsvorsteher des Astra, Jürg Röthlisberger, werden auch diesmal nur ausweichende, hinlänglich bekannte “Allgemeinplätze” rezitiert – 860 Petitionäre und politische Mitunterstützer fühlen sich so übergangen und nicht ernst genommen.

WIR, die GESAMTE am nördlichen Bielerseeufer lebende Bevölkerung in Biel-Vingelz, Alfermée, Tüscherz, Wingreis und Twann leidet seit Jahrzehnten unter der völlig verfehlten Verkehrspolitik! Es geht nicht an, die Diskussion lediglich auf den Dorfkern von Twann zu beschränken. Hunderte anderer Anrainer der N5, welche nicht in diesem Dorfkern leben, fühlen sich durch solch unqualifizierte Aussagen der Behörden, berechtigterweise und einmal mehr “unter den Teppich gekehrt”.

Frau Sommaruga schreibt, dass Ihr der Schutz der Landschaft und der Anwohner wichtig sei…

Warum schlägt Sie dann die berechtigten Anliegen von 860 Petitionären in den Wind?

Warum geht Sie mit keinem Wort auf die geforderten kurz- und mittelfristigen Massnahmen (Temporeduktion, Transitverbot für den Schwerverkehr) ein? Zumal das vorgeschlagene Transitverbot für den Schwerverkehr notabene auch im Empfehlungskatalog aus dem Westast-Dialog als wichtige optimierende Verkehrsmassnahme aufgeführt ist?

Warum soll in Kauf genommen werden, dass die Lebensqualität von Hunderten von Anwohnern während zwölf Jahren Bauzeit massiv durch noch mehr Lärm, Dreck und Schwerverkehr einer Grossbaustelle zusätzlich beschnitten wird, lediglich für die Umfahrung eines Dorfkerns? Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit, wo die Lebensqualität aller anderen Menschen, die zwischen Biel und Twann leben und in keiner Weise eine Verbesserung erwarten können?

Warum sollen während zwölf oder mehr Jahren über 10’000 Quadratmeter wertvolles, geschütztes Rebland mit Trockenmauern, und somit noch mehr vom Landschaftsbild und touristischen Naherholungsgebiete für eine Grossbaustelle geopfert werden? Sieht so der von Frau Sommaruga und ihrem Departement zitierter Schutz der Landschaft aus?

Warum wird nicht endlich mutig und progressiv eine nachhaltige Gesamtlösung der N5 zwischen Biel und La Neuveville an die Hand genommen? Eine Lösung, welche die offensichtliche, über 50-jährige Fehlplanung der Nationalstrasse am Bielersee korrigiert?

Es ist an der Zeit, dass auch in der Schweiz Verkehrsplaner nicht länger bloss auf Einzelschauplätze fokussieren, sondern evidente Gesamtzusammenhänge erkennen und berücksichtigen. Die Planung der N5 am Bielersee steht in engem Zusammenhang mit der Verkehrsplanung in Biel und der gesamten Region. Um einen weiteren Scherbenhaufen wie beim Westast zu vermeiden, muss deshalb jetzt endlich eine nachhaltige Gesamtlösung für die N5 von Biel bis La Neuveville ins Auge gefasst werden.

Frau Sommaruga und Ihr Departement erwähnen immer wieder die Kostensicht. Wäre nicht gerade jetzt der Zeitpunkt, sich zu überlegen, wie die bereits geplanten Mittel sinnvoller eingesetzt werden könnten? Der eben erst “beerdigte” Bieler Westast war auf gigantische 2.2 Milliarden Franken veranschlagt. Für diesen Betrag könnte bei weitem eine einfachere Gesamtlösung der N5 zwischen Biel/ Bözingen und La Neuveville realisiert werden. Eine Gesamtlösung, welche nicht nur die Probleme in Biel-West und in Twann löst, sondern auch in Wingreis, Tüscherz, Alfermée und Biel-Vingelz.

Schluss mit Nationalstrassenbau, welcher ohne Rücksicht an der betroffenen Bevölkerung vorbeiplant!
Schluss mit der Verschwendung unserer Steuergelder für unausgereifte Fehlplanungen!

 Wir werden mit weiteren interessierte Organisationen den politischen Kampf gegen das aktuelle Projekt Twanntunnel weiterführen.

Mit Astrid unterwegs – ein Fallbeispiel

Astrid ist Lastwagenchauffeuse und fährt mit einem 3-achsigen Euro5-26-Tönner mit Schlafkabine für einen Fuhrhalter aus einem Berner Vorort.

Astrid transportiert Stückgut und Nahrungsmittel, sie kann ca 12 Tonnen zuladen.

Astrid fährt einen 3-Achser, weil sie oft ins Bündnerland muss, und bei Schnee sind Anhängerzüge und Sattelschlepper über die Pässe verboten.

An einem Donnerstag im Oktober hatte sie einen Auftrag, der sie zuerst nach St. Moritz und am Tag darauf nach Genf und zurück in den Vorort von Bern führte.

Ihr Chef ist ein sparsamer Fuhrhalter, er will möglichst wenig Nationalstrassengebühren (LSVA) bezahlen. Die Angaben für die günstigsten Routen findet er jeweils auf der Homepage des Bundesamts für Strassen Astra unter https://www.astra.admin.ch – Truckinfo > Routing-Schwerverkehrsrouten.

Mit diesen Angaben startet Astrid nach einer Nacht in der Schlafkabine um 06:00 Uhr in St. Moritz, sie hat einen langen Tag vor sich und will übers Wochenende zu Hause sein.

Astrid hat zwei Routen zur Auswahl.

  1. St.Moritz > Vereinatunnel > Landquart > Genf 437km, Fahrzeit 5Std 59 Min. plus die Warte- und Verladezeit in Sagliains, plus die Bahnfahrt durch den Tunnel 18 Min.

Wenn sie Glück hat, erreicht sie den Zug von 06:50 ab Sagliains.

Der Bahntransport für einen 26 Tönner kostet 145.00 CHF

  • St. Moritz > Julierpass N29> Tiefencastel > Chur > Genf 442km, Fahrzeit 6 Std 09 Min.

Das sind zwar 5 km mehr als durch den Vereina, kostet 3.50 CHF mehr LSVA, aber dafür spart man die Bahnkosten von 145.00 CHF

Astrid wählt die Fahrt über den Julierpass auf der N29 (Nationalstrasse 3. Kategorie Silvaplana – Thusis). Sie freut sich immer auf die Passfahrt.

In Tiefencastel auf 851 müM stutzt sie ein erstes Mal: Der Routenplan dirigiert Astrid weg von der N29 und über die H3 hinauf auf die Lenzerheide (Anstieg auf 1556 müM bei 10% Steigung).

Vor Chur könnte sie geradeaus in Richtung Chur-Süd auf die N13, aber Truckinfo schickt sie quer durch die Stadt zum N13-Anschluss Chur-Nord.

Weshalb? – Auf der Astra-Karte fehlt die Verbindung N29 von Tiefencastel nach Thusis… Oder geht es wieder ums Geld? Die Strecke über die Lenzerheide ist 9 km kürzer als die direkte Verbindung N29 durch die Schinschlucht. Damit spart man zwar 6.30 CHF LSVA, braucht dafür aber für den Aufstieg wesentlich mehr Treibstoff, zudem benötigte Astrid hat für den kürzeren Weg rund 13 Minuten mehr Fahrzeit.

Es ist schon fast halb 9 Uhr, Astrid ist gut vorangekommen, der morgendliche Stau vor Zürich hatte sich schon vorher abgebaut.

Doch nun stutzt Astrid ein zweites Mal. Truckinfo lenkt sie auf die Sihlhochstrasse statt durch den Üetlibergtunnel auf die Westumfahrung Richtung Bern/Basel. Prompt gerät sie ihn den Stau beim Autobahnende Sihlhölzli.

Nur im Schritttempo geht es mitten durch die Stadt weiter bis zur Hardbrücke und dann weiter via Pfingstweid zum ehemaligen Hardturmstadion und dann wieder auf die Autobahn A1 Richtung Bern/Basel.

Merkwürdig: Truckinfo gibt für die Strecke vom Autobahnende im Sihlhölzli bis zum Anfang der A1 beim Hardturm eine Distanz von 4 km und eine Fahrzeit von 3 Min. – dies entspräche einer Geschwindigkeit von 80 km/h, innerorts!?!

Astrid hat gegenüber der Marschtabelle mittlerweile gut eine halbe Stunde verloren. Nun geht es aber endlich wieder vorwärts über die A1 via Luterbach zur A5 in Richtung Biel/Neuchâtel.

Auf der Raststätte Pieterlen muss Astrid dringend eine halbe Stunde Pause einschalten, denn sie hat die maximale Lenkzeit von 4,5 Stunden schon überschritten. Das Stop ‘n Go in Zürich gilt nicht als Pause.

Astrid nutzt die Rast in Pieterlen, um die weitere Fahrt in Richtung Genf zu studieren und zuckt zusammen. Truckinfo will sie tatsächlich auf der A16 in die Taubenlochschlucht hinauf zum Kreisel jagen und dann über die H6 (Reuchenettestrasse) wieder nach Biel hinunter und von dort entlang dem linken Bielerseeufer.

Für die Strecke vom Taubenlochkreisel bis zum Beginn der N5 beim Gottstatterhaus rechnet Truckinfo mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h, obschon auf der Reuchenettestrasse ein Tempolimit von 30 km/h gilt!?!

Astrid beschliesst, sich nicht an die Empfehlungen von Truckinfo zu halten und fährt statt über den Ostast der N5 von Bözingen auf dem direkten Weg durch die Stadt Biel. Damit spart sie weitere 1.60 CHF LSVA-Gebühr.

Am Kreisel bei der Seevorstadt steht ein kleiner oranger Umleitungswegweiser „Neuchâtel“, der in Richtung Bern zeigt. Laut Truckinfo ist der Ligerztunnel wegen Bauarbeiten in der Nacht geschlossen – vermutlich wurde das Schild nur vergessen.

Also fährt Astrid dem See entlang via Twann über die N5 Richtung Neuchâtel.

Sie muss sich sehr konzentrieren, sie hat keine Zeit, die schöne Reb- und Seelandschaft zu geniessen. Sie muss aufpassen, dass keine VelofahrerInnen, die auf dem gelb markierten Radstreifen am Fahrbahnrand unterwegs sind, von ihrem schweren Lastwagen erfasst werden. Zwischen Biel und Twann überholt sie eine Familie mit Kinderanhänger, zwei Rennfahrer, ein Rentnerpaar auf E-Bikes sowie drei weitere RadfahrerInnen. Kurz vor Wingreis biegt noch ein Traktor vor Astrid auf die N5 ein – zum Glück nimmt er die Ausfahrt nach Twann und Astrid kann wieder aufs Gaspedal drücken.

Immer wieder wechselt die zulässige Geschwindigkeit.

Für 38 Sekunden mit Tempo 80, dann wieder 60 km/h, 49 Sekunden Tempo 80, wieder 60 km/h, 42 Sekunden Tempo 80 und wieder 60 km/h.

Auf dieser Strecke gibt es mindestens 3 Radarfallen, wo sich Astrid in Acht nehmen muss.

Mit einer Verspätung von 2 Stunden trifft Astrid in Genf ein, kann abladen, eine kurze obligatorische Pause machen und mit dem leeren Lastwagen zurück in den Berner Vorort fahren, wo sie um 17:00 Uhr eintrifft. Leider hat der Chef schon Feierabend gemacht und ist ins Wochenende gegangen.

Gerne hätte Astrid mit ihm die heutige Fahrt noch besprochen. Sie hat die Nase voll, von den Irrungen und Wirrungen, die sie «dank» Truckinfo erfahren hat. Sie ist zum Schluss gekommen, dass es sich nicht lohnt, für die LSVA-Minderkosten von 3.50 CHF den 5 km kürzeren, aber für Lastwagen viel stressigeren Weg über Biel zu nehmen, statt via Bern zu fahren. Dasselbe gilt auch für die Strecke über die Lenzerheide statt direkt via N29 nach Thusis.

Wie wird die LSVA berechnet:

Rechnungsbeispiel mit dem Lastwagen von Astrid:

Euro5 = 2,69Rp pro Tonne und Kilometer

Der Lastwagen hat eine Bruttolast von 26 t (Tonnen), das heisst pro gefahrenen Kilometer kostet der Lastwagen 26 x 2,69 Rp = 69,94 Rp.

Für eine Strecke von 100km kostet der Lastwagen 100 x 26,9 Rp = 6994 Rp oder knapp 70 SFr.

PS: Viamichelin und Google Maps geben beide eine Differenz von 5 km zwischen Fahrweg via Biel (-) oder Fahrweg via Bern (+) an.

Was hat das Astra vor zwischen Twann und Biel?

So informiert das Astra über die Bauvorhaben von 2021 bis 2026

Bei den “Brücken, gestützte Führung oberhalb der Eisenbahnlinie” kann es sich nur um die Strecke zwischen Tüscherz und Alfermée handeln. Was kommt da auf uns zu?

Drei Generationen aus Twann, Tüscherz und Wingreis in Bern.

Am Bahnhof in Twann
Übergabe der Petition für die dringend notwendige Verkehrsberuhigung . . . . . .

Komitee Präsident Boris Fistarol übergibt die 860 Unterschriften an Alexandra Graf von der Bundeskanzlei – unter Wahrung der Corona-Regeln.

Medienmitteilung zur Petition

Medienmitteilung

Petition zur Rettung des linken Bielerseeufers

Aktuell läuft gegen das Ostportal des Autotunnels, der das Winzerdorf Twann vom Durchgangsverkehr befreien soll, ein Einspracheverfahren. Das Komitee «N5 Bielersee – so nicht!» stellt das Projekt aus den 1970er Jahren grundsätzlich infrage. Mit einer Petition fordert es eine Gesamtplanung der A5/N5 in der Region Biel-Seeland sowie sofortige Massnahmen zur Lärmbekämpfung.

Die Situation am Nordufer des Bielersees ist seit vielen Jahren unhaltbar: Ab 05:00 Uhr in der Früh donnern Lastwagen durch die Dörfer. Die schweizweit einzige «Autobahn», auf der auch Velos und Traktoren verkehren, ist für Anwohner und Verkehrsteilnehmende eine Zumutung. Abhilfe soll die Verlängerung des Ligerztunnels bis zum Weiler Wingreis bringen. Es wird mit einer Bauzeit von 11 Jahren und mit Gesamtkosten von mindestens 230 Mio Franken gerechnet. Mit dem Bauprojekt würde allerdings nur der Dorfkern von Twann entlastet, die Bevölkerung an der restlichen Strecke, von Wingreis, Tüscherz-Alfermée, Vingelz bis Biel bleibt dem Lärm und den Abgasen auch nach der Fertigstellung ausgesetzt. Dem Installationsplatz für den Tunnelbau beim Ostportal sollen zudem mehrere Tausend Quadratmeter wertvolles Rebland sowie Häuser zum Opfer fallen. Gegen dieses Ausführungsprojekt haben verschiedene Anwohnerinnen und Anwohner Einsprache erhoben.

Für eine regionale Lösung

Die bisherigen Antworten der Behörden zeigen jedoch, dass das UVEK nach wie vor am generellen Projekt von 1991 festhält und zu keinen Zugeständnissen bereit ist. Dies, obwohl sich aktuell abzeichnet, dass das ebenfalls auf einer längst überholten Planung basierende Ausführungsprojekt für den A5-Westast in Biel wohl nie gebaut wird. Damit bietet sich die vielleicht letzte Chance für eine ganzheitliche Verkehrsplanung, welche sowohl die verkehrsgeplagten Dörfer und Weiler am linken Bielerseeufer erlöst wie auch eine zukunftsfähige Lösung für die gesamte Region ermöglicht.

Um den Forderungen einer breiten Bevölkerungsschicht Nachdruck zu verleihen, hat das Komitee “N5 Bielersee – so nicht!” deshalb eine Petition an den Bundesrat und das UVEK lanciert, die endlich eine zeitgemässe Gesamtplanung der A5/N5 am linken Bielerseeufer verlangt.* Namentlich soll das Ausführungsprojekt des Twanntunnels vorläufig sistiert werden. Stattdessen ist der Bau eines Langtunnels zwischen La Neuveville und Biel zu prüfen. Das neue Projekt soll mit der Westast-Frage koordiniert werden und ist zwingend als Teil einer regionalen Gesamtplanung zu betrachten. Damit verleiht die Petition einer Forderung der Gemeinde Twann-Tüscherz Nachdruck, welche bereits Ende 2019 die umgehende Projektierung eines Langtunnels zwischen La Neuveville und Biel fordert. (Die Medien berichteten).

Transitverbot für den Schwerverkehr und generell Tempo 60 km/h

Da eine Tunnelvariante jedoch frühestens 2035 in Betrieb gehen könnte, braucht es dringend kurzfristige Massnahmen gegen die Verkehrsbelastung am linken Bielerseeufer, insbesondere zur Bekämpfung von Lärm und Luftverschmutzung in dieser fragilen Landschaft, die notabene im Bundesinventar der schützenswerten Landschaften von nationaler Bedeutung figuriert. Deshalb fordert das Komitee mit der Petition auch ein Transitverbot für den Schwerverkehr zwischen der Seevorstadt Biel und La Neuveville, sowie durchgehend Tempo 60 km/h zwischen Biel und dem Ligerztunnel. Diese kurzfristig umsetzbaren Massnahmen würden auch den Stadtraum Biel entlasten, weil so die Route über die N5 entlang des linken Bielerseeufers und quer durch Biel für den Transitverkehr an Attraktivität verliert. Für den Automobilverkehr bringt die Vereinheitlichung der Geschwindigkeitslimite zudem einen ruhigeren Verkehrsfluss und verbesserte Sicherheit. Die Fahrzeit zwischen La Neuveville und Biel würde sich dadurch maximal um vernachlässigbare 43 Sekunden verlängern.

Die Petitionärinnen und Petitionäre verlangen deshalb: Zeitgemässe Gesamtplanung jetzt, statt jahrzehntelanges Flickwerk! Unsere Region hat genug gelitten! 

*Am 4. September um 14 Uhr übergeben die PetitionärInnen 850 Unterschriften, welche in nur 11 Tagen gesammelt wurden. Bilder und weitere Infos zum Anlass werden am Freitag, 4. September ab 16 Uhr an die Medien verschickt.

Für weitere Auskünfte / Interviews:

Boris Fistarol, Präsident Komitee «N5 Bielersee – so nicht!»

Sandra Gurtner-Oesch, Vice-Präsidentin Komitee «N5 Bielersee – so nicht!»

Mail: n5bielerseesonicht@gmail.com

Medienmitteilung als PDF

Die Zeit 30.1.2020

Noch mehr Beton, echt jetzt? Für eine Milliarde Franken soll in Zürich ein 700 Meter langes Stück Straße von Lärm und Abgasen befreit werden. Was der Rosengartentunnel über die Infrastrukturpolitik der Schweiz erzählt

Kommentar des Setzers: ein äuserst bemerkenswerter Artikel der stramm bürgerlichen ZEIT, der unseren gesamten schweizerischen .Autobahn-Wahnsinn aufzeigt

Gut melden sich die Twanner Tunnelbefürworter!

Das Komitee N5 Bielersee – so nicht! findet es grundsätzlich positiv, dass sich die Befürworterinnen und Befürworter des Twanntunnels zu Wort melden. Nichts untergräbt die Demokratie mehr, als die Faust im Sack zu machen.

Das Befürworterkomitee übersieht dabei jedoch, dass wir als Komitee N5Bielersee – so nicht! kein “Ableger” der Bieler Westast-Gegnerschaft sind. Es ist uns wichtig zu betonen, dass unser Komitee eigenständig, im Zusammenhang mit der Auflage des Projektes Twanntunnel-Ostportals entstanden ist. Das Komitee N5Bielersee – so nicht! handelt also als vollkommen eigenständige Organisation. Wohl überschneiden sich gewisse Interessen mit den Gegnern des Bieler Westastes, da der Westast und die Linienführung der A5 am linken Bielerseeufer sehr wohl in einem Zusammenhang stehen. Leider blenden gewisse politische Kreise diese Zusammenhänge aus, und richten ihren “Tunnelblick” weiterhin auf einzelne Schauplätze. Dies verhindert schliesslich eine zeitgemässe und koordinierte Gesamtlösung der Verkehrsproblematik in der ganzen Region! Es ist uns auch wichtig zu betonen, dass wir als Komitee N5Bielersee – so nicht! lediglich das heutige Ausführungsprojekt des Twanntunnels bekämpfen, jedoch nicht grundsätzlich gegen Tunnellösungen sind.

Wir brauchen in Twann-Tüscherz eine faire und weitergehende Auseinandersetzung über die Auswirkungen des Tunnelbaus. Denn nicht nur der Dorfteil Twann hat genug vom Lärm. ALLE Anwohner der Gemeinde Twann-Tüscherz – von Twann, über den Strandweg nach Wingreis, Tüscherz, Alfermee und bis an die Stadtgrenze von Biel – haben seit Jahren genug vom Lärm!  Warum keine nachhaltige Lösung die die Lebensqualität ALLER verbessert?

Der Twannttunnel ist ohne Not als Nationalstrasse 2. Klasse konzipiert. Dies lässt wie ursprünglich im Richtplan vorgesehen befürchten, dass das ASTRA auch die noch bestehenden Lücken zwischen Biel und Twann-Tüscherz zu einer Nationalstrasse 2. Klasse aufklassieren will. Dies würde weitere massiven Ausbauten der Strasse zur Folge haben. Für alle Anwohner vom Stedli bis Tüscherz Alfermée bedeutet dies noch mehr Lärm und jahrelange Emissionen. Diese Dorfteile unserer Gemeinde dürfen nicht geopfert werden!

Das Komitee N5 Bielersee – so nicht! ist solidarisch mit allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde Twann-Tüscherz und lehnt deshalb den Bau des Twanntunnels in der geplanten Form kategorisch ab. Die jahrzehntealte Bausünde am linken Bielerseeufer darf nicht noch mehr in Beton gegossen werden. Es müssen endlich neue, tragfähige Lösungen gefunden werden!

Für den Vorstand des Komitee N5Bielersee-sonicht

Nous saluons la prise de position des partisans du tunnel de Douanne!


Le comité N5 Lac de Bienne – pas comme ça se réjouit de la prise de position officielle des
partisanes et partisans du tunnel de Douanne. Un dialogue ouvert et constructif est la base
de toute action démocratique.
Nous souhaitons compléter et souligner certains aspects concernant le comité N5 Lac de
Bienne – pas comme ça
présentés de façon incorrecte par les partisans du tunnel de
Douanne. Le comité N5 Lac de Bienne – pas comme ça est une organisation absolument
indépendante créée en réaction à la mise à l’enquête du projet du portail est du tunnel de
Douanne. On ne saurait en aucun cas comparer ce comité à une « métastase » de l’action
Axe Ouest – pas comme ça des opposants à la branche ouest du projet biennois. Certains
intérêts convergent effectivement car la branche ouest et le tracé de l’A5 sur la rive gauche
du lac de Bienne sont liés, ne serait-ce que de façon purement géographique. Nous
regrettons que certains milieux politiques refusent de reconnaître cette relation et
continuent de ne considérer que des fragments distincts, rendant impossible une
conception globale et adéquate du réseau routier. Nous voulons souligner aussi que le
comité N5 Lac de Bienne – pas comme ça ne s’oppose qu’au projet actuel de tunnel et non
fondamentalement à tout projet de tunnel.
Twann-Tüscherz, une seule et même commune, doit se poser maintenant la question des
conséquences de la construction du tunnel tel qu’il est panifié actuellement. Car TOUS ses
habitants souffrent des nuisances de la route depuis longtemps déjà – de Douanne à
Wingreis, Tüscherz, Alfermée jusqu’à la frontière vers Bienne ! Ne serait-il pas temps de
trouver une solution durable qui améliore la qualité de vie de chacun ?
Le tunnel de Douanne est planifié comme route nationale de 2e classe. Cela laisse
soupçonner que l’OFROU réaménagera comme prévu initialement le reste du tronçon entre
Bienne et Twann-Tüscherz en route nationale de 2e classe. Cela impliquera de lourds et
longs travaux, du bruit et des émissions pendant de nombreuses années pour les habitants
du Stedli jusqu’à Tüscherz-Alfermée. Ces parties de notre commune ne peuvent être
sacrifiées!
Le comité N5 Lac de Bienne – pas comme ça est solidaire des habitants de la commune de
Twann-Tüscherz et conteste catégoriquement la construction du tunnel de Douanne dans la forme prévue actuellement. Il faut interrompre le bétonnage systématique de la rive gauche
du lac de Bienne. Nous revendiquons une nouvelle planification -durable et globale.
Le comité du comité N5 Lac de Bienne – pas comme ça!

Regionaljournal Bern 27.1.2020

Der Tunnel, der Twann spaltet

Der Twanntunnel soll das Winzerdorf am Bielersee vom Durchgangsverkehr befreien. Nach jahrelangem Streit hat sich neuer Widerstand gebildet. Das neue Komitee will den Tunnel nun ganz verhindern will. Die Befürworter haben genug vom Widerstand.

Regionaljournal Bern 27.1.2020 17:30

Vorstandssitzung Januar 2020

Wingreis, im Januar 2020

Liebe Mitglieder

Ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahrzehnt gestartet.

Der Vorstand hat sich diese Woche getroffen und wir haben die weiteren Schritte in unserem Vorhaben gegen den weiteren Ausbau der N5 besprochen.

Es ist uns ein Anliegen, den Dialog offen zu führen und alle Mitglieder zu ermuntern, uns mit Ideen und in Arbeitsgruppen zu unterstützen. Bitte meldet euch über die Homepage, oder direkt beim Vorstand, wenn Ihr Interesse habt, gemeinsam für den Erhalt unseres schönen Bielerseeufers zu kämpfen.

Im Moment läuft die Frist für die Revision der regionalen Siedlungs- und Verkehrs Entwicklung, RGSK, Schwerpunkt öffentlicher Verkehr. Frist: 31.03.2020. Online ab 10.2.2020

Welche Forderungen sollen gestellt werden? Fokus auf Verkehr reduzieren oder umlenken? Bausünden der jetzigen Strasse zurückbauen. Fehler in der bisherigen Planung korrigieren. Den Blick öffnen, dass es nicht nur um den Tunnel geht, sondern um den privaten und öffentlichen Verkehr zwischen Bözingen und Neuchâtel und noch weiter darüber hinaus?

Wer sich in dieser Arbeitsgruppe einbringen möchte, melde sich bitte bei Anne-Käthi Zweidler: Tel.: 079 256 51 19, E-Mail: anne-kaethi.zweidler@bluewin.ch.

Des Weiteren wollen wir Landschaftsbegehungen organisieren, um aufzuzeigen, was der weitere Ausbau der Strasse für die Landschaft bedeuten würde.

Wer sich für dieses Projekt begeistern kann, melde sich bitte bei Sandra Gurtner Oesch, Tel.: 078 766 04 60, E-Mail: sandra.gurtneroesch@profawo.ch

Zudem suchen wir ein französischsprachiges Mitglied, welches für uns Übersetzungsarbeiten übernehmen könnte.

Auf unserer Homepage www.n5bielersee-sonicht.ch werdet Ihr laufend informiert und findet weitere interessante Artikel.

Danke schon jetzt für eure Unterstützung: zusammen sind wir stark und können mehr bewirken!

Freundliche Grüsse

Im Namen des Vorstandes «N5 Bielersee – so nicht!»

Susanne Knecht

Ein gutes neues Jahr 2020

Wir wünschen allen ein gutes neues Jahr.

Im 2020 brauchen wir viel Mut, Zuversicht, gute Ideen und Durchhaltevermögen.

Gemeinsam schaffen wir es, dass in diesem Land der Verkehr umweltverträglicher wird – zum Schutz unserer wundervollen Landschaft und unserer Winzerkultur.

Stellungsnahme des Komitee zu den Einspracheantworten des UVEK

Als Antwort auf ihre Einsprache haben die meisten von uns inzwischen einen Brief vom UVEK erhalten. Mit diesem Brief wird angezweifelt, dass wir überhaupt zur Einsprache berechtigt seien. Falls doch, so müssten wir dies bis am 8. Januar 2020 in einem eingeschriebenen Antwortschreiben an das UVEK begründen. Dies ist aber gar nicht so kompliziert, wie es zuerst tönt.

Unser Jurist hat ein kurzes Schreiben (siehe beiliegende Musterantwort) entworfen, mit dem wir unsere Einsprache-Berechtigung begründen können. Natürlich müssen wir nun wieder je nach unserer individuellen Wohn- und Lebenssituation den Musterbrief anpassen.

Hier ein paar Möglichkeiten

  • Wer in Schafis, Ligerz, Kleintwann oder im Twanner Dorfkern wohnt, leidet durch die Schliessung des Ligerztunnels während einem ganzen Jahr unter Autoverkehr.
  • Wer am Strandweg wohnt, leidet durch den überdimensionierten Bau- und Installationsplatz unter Lärm, Erschütterungen und Staub.
  • Wer Rebparzellen am Rebenweg bewirtschaftet, wird durch die Umleitung des Veloverkehrs durch den Rebenweg in der Arbeit behindert.
  • Etc. – ihr müsst vor allem die Begründung in eurer Einsprache entsprechend ausbauen und belegen, zum Beispiel durch die Nähe eures Hauses/eurer Wohnung zum Bauplatz etc.

Ihr dürft gerne die juristischen Bemerkungen im beiliegenden pdf ausdrucken und beilegen. Dann wissen die UVEK-Leute gleich, auf welche Bundesgerichtsurteile ihr euch bezieht. Das erhöht die Chancen, dass möglichst viele Einsprachen gutgeheissen werden. Vorläufig kostet uns diese Präzisierung unserer Einsprache noch nichts, da unser Jurist uns ehrenamtlich unterstützt.

Bitte nehmt euch vor dem Mittwoch, 8. Januar 2020 eine Stunde Zeit, um diesen Brief an das UVEK zu verfassen und zur Post zu bringen. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam diesen grössenwahnsinnigen Autobahn-Ausbau verhindern können.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga 19.12.2019

Heute in Biel

Auszug aus der Rede von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an der Wahlfeier am Ring in Biel. Sie spricht über Integration.

Ausschnitt aus der Reportage des Bieler Tagblattes vom 20.12.2019

Stellungsnahme Komitee zur Antwort Sommaruga

Der Vorstand des Komitees N5-Bielersee so nicht! ist sehr enttäuscht von der Antwort in der Fragestunde durch Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Dies aus folgenden Gründen:

  • die Projekte Twanntunnel und Westast werden einzeln und isoliert abgehandelt. Uns fehlt die Weitsicht, die Umsichtigkeit, mit welcher die Situation angegangen wird. Der Fokus wird auf einzelne Schauplätze gelegt, Zusammenhänge werden nicht gesucht und somit auch nicht gefunden.
  • Die Verkehrsproblematik (Lärm, Sicherheit) im Bericht, wird auf ein einzelnes Dorf Twann reduziert, es scheint keine anderen Dörfer zu geben mit den gleichen Problemen und Bedürfnissen.
  • Es hat kein korrekter partizipativer Prozess stattgefunden. Wir wissen alle, dass die direkt Betroffenen aus Wingreis und vom Strandweg nicht einbezogen und erst auf Nachfrage zwei Tage vor Planauflage informiert wurden.
  • Das neue Projekt Ostportal (v.a. der Installationsplatz) betrifft die genau gleiche geschützte Landschaft wie das vorherige abgelehnte Projekt. Das Terrain wird weniger breit verdichtet und betoniert, dafür in die Länge gezogen. Dadurch werden die Einwohner von Wingreis und vom Strandweg in ihrer Lebensqualität und Existenzen von Weinbauern für 15 Jahre massiv betroffen.

Wer behauptet, der Westast und die N5 am linken Bielerseeufer hätten keinen Zusammenhang, der verschließt die Augen vor der Realität.

Uns fehlt WEITSICHT-UMSICHT-ECHTES INTERESSE an einer bestmöglichen Lösung für die Region.

Bieler Tagblatt 12.12.2019

Die Qualität der Legitimation sei jedoch unterschiedlich, deshalb könne man erst nach dem «Nachreichungstermin» vom 8. Januar 2020 sagen, wie viele Einsprachen bearbeitet würden. Nun, wir finden schon die Anzahl von über 70 Einsprachen ein grosser Erfolg für uns alle.

Heute in Bern, 10.12.2019

Im Bundeshaus angekommen

Die beiden Berner Nationalräte Matthias Aebischer (SP) und Jürg Grossen (GLP) haben für die kommende Fragestunde im Parlament ihre Bedenken zum vorliegenden Projekt eingereicht.

Matthias Aebischer stellt in seinem Vorstoss die Grundsatzfrage nach der Nachhaltigkeit der Strassenbaupläne:

Inwiefern rechtfertigt es sich, die Nationalstrasse N5 weiter auszubauen, obwohl diese quer durch eine Landschaft von nationaler Bedeutung (BLNV) und denkmalgeschützte Dörfer gebaut wird?

Wie will der Bundesrat diese schützenswerte Landschaft erhalten und gleichzeitig die Nationalstrasse weiter ausbauen?

Welche Massnahmen plant der Bundesrat, um die Lebensqualität für alle Bewohnerinnen und Bewohner des nördlichen Bielerseeufers sowie die Uferzone in seiner Schönheit zu erhalten?

Antwort des Bundesrates

Jürg Grossen thematisiert den Zusammenhang zwischen der Westast-Diskussion und der Verkehrsplanung in der Region. Sein Vorstoss im Wortlaut:

Der Bund plant den Ausbau der Nationalstrasse entlang des nördlichen Bielerseeufers und treibt den Bau des Twanntunnels weiter voran und damit auch die Enteignung von Wohnhäusern und Reben.

Inwiefern rechtfertigt sich dieses Vorgehen, während gleichzeitig in Biel der Ausbau der gleichen Nationalstrasse sistiert wurde und ein ergebnisoffener Dialogprozess die weiteren Schritte prüfen soll?

Antwort des Bundesrates

Gemeindeversammlung Twann-Tüscherz, 25.11.2019

Selten ist die Gemeindeversammlung so gut besucht wie am letzten Montag, 25. November. Der Grund war ein Thema, das nicht einmal auf der Traktandenliste stand, sondern unter Varia behandelt werden sollte: Das laufende Einspracheverfahren im Zusammenhang mit dem geplanten Ostportal und Installationsplatz des Twanntunnels.

Die Gemeinde Twann-Tüscherz hat juristisch keine Möglichkeit, das Portal zu verändern. Sie könnte höchstens auf die gesamte Tunnelumfahrung des Dorfkerns Twann verzichten. Eine Umfahrung, auf die viele Twannerinnen und Twanner  seit Jahrzehnten warten.

Diese Ausgangslage nach dem Motto «Vogel friss oder stirb» zog rund 90 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in die Rebhalle, dies entspricht fast 10 Prozent der Stimmberechtigten. Das Budget 2020 sowie ein paar weitere Investitionen und neue Verordnungen wurden von den Anwesenden diskussionslos und in Rekordzeit durchgewunken. Unter dem Traktandum Varia kam dann endlich jenes Thema zur Sprache, das am linken Bielerseeufer aktuell die Wogen hochgehen lässt.

Trotz der äusserst kontroversen Ausgangslage, blieb die Diskussion sachlich. Die Votantinnen und Votanten von Wingreis, dem Weiler der am meisten unter dem Bau des Twanntunnels leiden würde, fühlten sich am Ende des Abends in ihren Ängsten und Sorgen gehört und verstanden.

Einen formellen Entscheid der Versammlung konnten sie zwar nicht einfordern, da das Thema nicht traktandiert wurde. Gemeindepräsidentin Margrit Bohnenblust versprach jedoch verbindlich, alle Anliegen der betroffenen WingreiserInnen in die Baueinsprache der Gemeinde Twann-Tüscherz einfliessen zu lassen. 

Das Fazit der Gemeindeversammlung: Alle sind vom Lärm geplagt, alle wollen endlich Ruhe. Wie dies erreicht werden soll, ob mit der vorliegenden Tunnelvariante oder im Gegenteil, indem man darauf verzichtet, dürfte künftig noch zu einigen Diskussionen Anlass geben.

So oder so steht fest: Ob Stückwerk oder Gesamtlösung dürfte der Strassenlärm die Dörfer noch jahrelang plagen. Um Abhilfe zu schaffen, braucht es kluge Lenkungsmassnahmen zum Schutz von Bevölkerung und Natur. 

Noch bis Ende Woche sind all jene, die vom Bau des Twanntunnels irgendwie betroffen sind aufgefordert, beim UVEK ihre Einsprache einzureichen. So können etwa auch AnwohnerInnen der Neuenburgstrasse in Biel einen Nachteil durch die geplante Baustelle geltend machen, da diese zu einer markanten Zunahme von LKW-Fahrten auf der N5 zwischen Biel und Wingreis führen würde. 

Text: © Annekäthi Zweidler

Info-Anlass Gemeindehaus Tüscherz 23.11.2019

Der frisch renovierte Saal im alten Gemeindehaus von Tüscherz war am letzten Samstag, 23. November 209, brechend voll: Rund 90 Personen folgten der Einladung zum Info-Anlass des Aktionkomitees «N5 Bielersee – so nicht!». Dieses kämpft aktuell gegen den vom Astra geplanten Twanntunnel-Installationsplatz in Wingreis, dem Liegenschaften und kostbare Rebberge geopfert werden sollen.

Das grosse Interesse insbesondere der Bevölkerung von Ligerz, Twann und Tüscherz kommt nicht von ungefähr: Die N5 beeinträchtigt seit Jahren die Lebensqualität am linken Bielerseeufer. Der geplante Twanntunnel würde für einen kleinen Teil der Bevölkerung zwar Abhilfe schaffen, gleichzeitig hätte dessen Bau aber im Weiler Wingreis zerstörerische Folgen.

Das geplante Bauvorhaben für das Tunnel-Ostportal, müsse unbedingt verhindert werden, so der Tenor an der Veranstaltung. Man könne die Fehlplanung von vor 60 Jahren nicht mit noch mehr Beton korrigieren.

Einige traten dafür ein, dass nur ein durchgehender Tunnel von Biel bis La Neuveville den lärmgeplagten Dörfern wieder mehr Lebensqualität bringen würde. Andere sprachen sich für die kleine Seelandtangente aus. Und wieder andere möchten den motorisierten Verkehr reduzieren, indem man die Strecke mit einem LKW-Transitverbot belegt und den ÖV gezielt fördert. 

Der Umweltjurist Reinhard Zweidler ermunterte die Anwesenden, gegen das Bauvorhaben in Wingreis Einsprache einzureichen. Er betonte, dass entgegen der Ausünfte des Astra, jede Person, die durch das Projekt beeinträchtigt würde, befugt sei, eine Einsprache zu schreiben. Punkte, die dabei aufgeführt werden können, sind zum Beispiel die Zunahme von Lärm und Staub durch die Baustelle, die langjährigen und teilweise gefährlichen Umleitungen von Velo- und Wanderwegen und nicht zuletzt der Verlust von Biodiversität. 

Das Komitee ruft deshalb die Bevölkerung auf, möglichst zahlreiche, individuell begründete Einsprachen gegen das Twanntunnel Ostportal  zu verfassen und diese bis spätestens am Samstag, 30. November an das UVEK abzuschicken. Es stellt dafür auch eine Mustereinsprache zur Verfügung, die je nach Betroffenheit abgeändert werden kann:

Wichtig sind die Einsprachen nicht nur, damit der überdimensionierte Installationsplatz für das Twanntunnelportal in Wingreis verhindert werden kann. Darüber hinaus geht es auch darum, die Salamitaktik des Astra zu stoppen, welches alles daran zu setzen scheint, die Autostrasse 3. Klasse am Bielersee mittelfristig zu einer Autobahn 2. Klasse auszubauen.

Ein Ansinnen notabene, das in engem Zusammenhang mit der Westast-Planung in Biel steht: Würde die Westast-Autobahn tatsächlich gebaut, wie es Kanton und Astra planten, wäre ein Kapazitätsausbau am linken Bielerseeufer wohl unumgänglich. Weil über den Westast zwangsläufig noch mehr Verkehr  in die sensible Reblandschaft gelenkt würde…

Text: ©Annekäthi Zweidler

N5Bielersee-sonicht! 19.11.2019

Unser Komitee steht

Wingreiser und Solidarisierende wollen gegen die sinnlose Enteignung von Wohnhäusern und Reben ankämpfen. Solange es kein “Go” zum Westast in Biel gibt, macht die Autobahnaufrüstung entlang der pittoresken Weinbaudörfer keinen Sinn.

Mach mit und unterstütze uns!